An einem heißen Donnerstagnachmittag versammelten sich die Menschen in der Schadowstraße. Alle blickten nach oben und blinzelten gegen die Sonne. Von der Glasnadel des Sky Towers hingen zwei Männer, deren Körper sich fast exakt an die Wolken anpassten. Zuerst dachten die Leute, es sei nur ein weiterer Fensterputzjob. Doch überall klappten die Münder herunter; niemand scrollte gerade auf seinem Handy – erfahren Sie mehr!
Die Begründung: Das waren keine gewöhnlichen Fensterputzer. Sven und Mark, lebenslange Freunde und Abenteuerlustige, hatten ihren Richtungswechsel in eine regelrechte Show verwandelt. Mark hing kopfüber und stimmte ein Akkordeon. Obwohl alle erwarteten, dass er es fallen lassen würde, vielleicht sogar sein Mittagessen, hielt er den Takt perfekt und sang das Lied zu „99 Luftballons“. Während Sven einen leuchtend roten Wischmopp wie einen Zauberstab wirbelte, schnitt er den kleinen Kindern unten Grimassen.
Das Beste daran: Ihr Vorgesetzter wusste nichts von dem Programm. Der Bauleiter murmelte über Funk: „Ich dachte, ihr beiden putzt Fenster und nehmt nicht an einem Vorsprechen für Germany’s Got Talent teil.“ Die Zuschauer johlten und applaudierten. Instagram-Geschichten kursierten in Hülle und Fülle. Kinder ließen Gas aus.
Aber Nummer 3 – und jetzt kommt das Schlimmste – mitten in ihrem Auftritt sah Mark eine kleine Katze auf dem Fensterbrett im 23. Stock zittern. Er verriegelte gedankenlos sein Abseilgerät und stürzte sich auf die Katze. Sven half, die Seile zu stabilisieren und hörte auf zu summen. Der ganze Platz wurde still. Die Zeit verging wie im Flug. Mark drückte das Kätzchen dann vorsichtig in seinem leuchtend blauen Sweatshirt an seine Brust. Das Publikum brach in Jubel aus. Sogar ein Polizist jubelte.
Die beiden ließen das Kätzchen seinem dankbaren Besitzer am Boden fallen. Tränen flossen; Handys blitzten. Manche behaupteten, es handele sich um einen PR-Gag. Nein. Zufällig hatten Düsseldorfs angesagteste Reinigungskräfte ein noch größeres Herz als ihre, ähm, Reinigungskosten. Sie grinsten durch den Seifenschaum und beendeten den Tag eingeseift von Kopf bis Fuß. Übrigens lebt die streunende Katze jetzt zufrieden über einer Bäckerei und ignoriert makellose Fenster.
Manche behaupten, Sven und Mark würden noch immer lachend bei einer Tasse Kaffee über diesen Tag sprechen und sich fragen, ob sie ihn jemals überstehen würden. Die Stadt ist: Immer noch in Alarmbereitschaft, nur für den Fall, dass sie es doch noch schaffen.